Wirtschaftstreibende, Kunstschaffende, Entscheidungsträger und Menschen, die Lust an der Zukunft haben, fanden sich im Publikum des Fö N-Summit im Innsbrucker Congress wieder. Daniel Dlouhys 35-köpfiges Team verwandelte das Tiroler Tagungszentrum am Freitag, 13. September und am Samstag, 14. September in das Auge des Sturms. Das Fö N-Logo, ein fliegender Berg, entpuppte sich in Form eines sechs Meter hohen Heliumballons zum viel fotografierten Publikumsliebling, ebenso die 25 eigens designten und ab sofort mietbaren Fö N-Möbel. Die Töne von Ausnahme-Cellist Lukas Lauermann schwebten zwischen den Redebeiträgen im Raum, im Foyer gab es Nervennahrung und Seelenfutter in Form von handverlesenen Büchern zu Kreativität, Design, Forschung und Kunst. In diesem Rahmen hatte Moderatorin Charlotte Bufler ein leichtes Spiel, den Bogen zwischen den einzelnen Vorträgen zu spannen: Am Freitag erklärte der Berliner Designinnovations-Professor Sascha Friesike, wie sich Kreativität garantiert und unter allen Umständen im Keim ersticken lässt; die Designerin Magda Mojsiejuk erzählte die Geschichte der Zukunft neu; Markenstrategin Vera-Maria Glahn öffnete ihr „Handbuch für Nicht-Toxische Führung in der Kreativindustrie“; Till Grusche lud in sein „House of beautyful business“ ein, ein weltweites Netzwerk für eine „Life-Centered-Economy“; Musiker Albin Paulusentführte mit Maultrommel und Dudelsack in völlig neue Sphären. Daran knüpfte Philosophin Lisz Hirn an und stellte die Frage, ob Kultur Luxus sei (was sie natürlich ist – und auch wieder nicht). Als letzte Rednerin des ersten Summit-Tages begeisterte Glaziologin und Österreichs Wissenschaftlerin des Jahres Andrea Fischer – sie erklärte die schwindenden Gletscher zum Symbol für Veränderung und rief den Wissenschaftsbetrieb auf, kreative Wege der Kommunikation zu beschreiten, um in der Gesellschaft mehr Gehör zu finden.
Tag zwei des Fö N-Summit begann mit Leonard Sommer und der Forderung, den Bildungsbetrieb auf bessere Beine zu stellen, seine Initiative rief 100 Kreativschaffende in aller Welt auf, sich Gedanken zur Lernkultur der Zukunft zu machen. Transformationsexpertin Katharina Ehrenmüller präsentierte ihr „Ministerium für Neugier und Zukunftslust“, das ausgehend von der Linzer Tabakfabrik mittlerweile mehr als 700 Botschafter:innen hat. Realität und Fantasie homogenisierten sich mit dem Berliner Künstler Via Lewandowsky zu einem beherzten „Hä?“ und damit zur Erkenntnis, dass Missverständnis und Ablehnung zum sprudelnden Quell kreativen Schaffens werden können. Der Grafikdesigner Clemens Schedler plädierte in seinem Vortrag „Werkt das Zeug oder zeugt das Werk“ für mehr Selbstreflexion und Demut in der kreativen Praxis, die Künstlerin Angelika Wischermann teilte die Erkenntnisse ihrer experimentellen Forschung über das Transportverhalten von Waldameisen. Die Tür zu fernen Welten stieß Soziologe und Luft- und Raumfahrttechniker Stefan Selke auf: Sein Konzept „Poesie der Hoffnung“ ist ein Plädoyer für eine „kritische“, aber trotzdem beherzte Zukunftseuphorie als Treibstoff für unsere Gesellschaft. Filmkomponist und selbst ernannter „KI-Nerd“ Tom Batoy zeichnete mit seinem Vortrag über künstliche Intelligenz ebenfalls ein positives Bild vom Morgen und meinte: „Kreativität ist, wenn Mensch und Maschine gemeinsam träumen.“ – ein erstes Exempel dafür war zum Summit-Ende die „Fö N-Hymne“, die Batoys KI-Helferlein quasi in Echtzeit vor Ort halluzinierte.